====== Weiße Löcher – das Gegenstück ====== {{ :weisses_loch.jpg?400 |}} Das Licht eines Schwarzen Lochs braucht Zeit, bis es uns erreicht, daher sehen wir immer nur seine Vergangenheit. Weiße Löcher, die aus der Zukunft Materie und Energie freigeben würden, bleiben uns verborgen – schneller als das Licht können wir nicht schauen. Physikalisch gesehen gibt es kein „Licht aus der Zukunft“, das wir beobachten könnten. Weiße Löcher sind also theoretische Konstrukte. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich am Ende eines Schwarzen Lochs ein sogenanntes Weißes Loch anschließt. Es gilt als dessen Gegenstück: Während ein Schwarzes Loch Materie und Energie verschluckt, stößt ein Weißes Loch sie wieder aus. Es ist, als würde die Zeit selbst neu beginnen und sich in neuen Formen von Materie entfalten. Philosophisch betrachten wir im Folgenden Schwarze und Weiße Löcher als zwei Seiten desselben Zyklus: Tod und Geburt, Verschlingen und Hervortreten. Das, was wir als Schwarzes Loch wahrnehmen, könnte – aus einer übergeordneten Perspektive jenseits unserer linearen Zeit – als Weißes Loch erscheinen, das dieselbe Energie in neuer Form wieder freigibt. Der Eintritt in das Schwarze Loch muss dabei nicht zugleich den Austritt aus dem Weißen Loch bedeuten; aus unserer zeitgebundenen Sicht bleiben Weiße Löcher bloß theoretische Gegenstücke, deren Wirkung sich jedoch im größeren Fluss des Kosmos widerspiegeln könnte. Für die Visualisierung und zur Vereinfachung betrachten wir aber trotzdem zwei Kegel: einen für den Tod (Schwarzes Loch) und einen für die Geburt (Weißes Loch).So können wir Tod und Geburt, also Verschwinden und Wiederauftauchen, als zwei Seiten eines einheitlichen, zyklischen Prozesses darstellen, der in der Bubble unaufhörlich weiterfließt. ---- Nächstes Kapitel: [[home:rebirth|⁠ Tod und Wiedergeburt im Spiegel des Kosmos]] ---- Weitere Links: [[ home:science: white_holes_science| Zur Wissenschaftlichen Betrachtung]] [[:home| Zur Übersicht]] ----